Papst Franziskus: Kann er Christen vereinen?

Die römisch-katholische Kirche gehört sicherlich zu den mächtigsten Kirchen und Glaubensrichtungen weltweit. Als Oberhaupt dieser gilt der Papst und nimmt quasi die Nachfolge des Apostels Petri” an. Das zentrale Geschehen der römisch-katholischen Kirche findet im Vatikan statt. Er gilt als die Heimat des Papst selbst.

Einer der beliebtesten Päpsten der modernen Geschichte ist sicherlich der amtierende Pontius, Papst Franziskus. Sein bürgerlicher Name ist Jorge Mario Bergoglio und ist argentinischer Herkunft. Seit März 2013 ist er das Oberhaupt der mächtigen Kirche und somit eine zentrale Figur nicht nur in der Religion, sondern auch im gesellschaftlichen und sozialen Leben Millionen Menschen weltweit. Als Argentiner ist Papst Franziskus der erste Lateinamerikaner, der dieses Amt erfüllt und der erste Papst aus dem Orden der Jesuiten.

Papst Franziskus erfreut sich zweifelsfrei einer großen Beliebtheit der Massen, was vor allem auf seine bescheidene Auftretensweise zurückzuführen ist und sich somit sehr viele Menschen mit ihm identifizieren können. Jedoch ist Papst Franziskus auch als ein sehr entschlossener und durchsetzungsstarker Papst wahrzunehmen, der sich nicht scheut Entscheidungen zu treffen, die besonders bei sehr konservativen Kirchenoberhaupte auf Missfallen stößt.

Einer dieser Kontroverse ist sicherlich sein Anliegen die unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen näher zu bringen und die Christen aller Art zu vereinen. Kontrovers ist das Anliegen hauptsächlich aufgrund der Machtstrukturen, denen sich das Christentum traditionell und historisch immer unterlegen sah. Vor allem die Überbrückung der römisch-katholischen und orthodoxen Kirche steht seit Anbeginn seiner Amtszeit hoch auf seiner Agenda. Während seines Türkei-Besuchs im Jahr 2014 traf er sich mit dem Oberhaupt der orthodoxen Kirche, dem ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. bei dem auch das gemeinsame beten in der blauen Moschee für viel Aufmerksamkeit sorgte. Hier sprach sich Papst Franziskus aus seinen ernsthaften Wunsch zu verwirklichen und ein gemeinsames Handeln beider Kirchen, auch im Zuge der zunehmenden terroristischen Aktivitäten von islamistischen Gruppen wie ISIS und anderen jihadistischen Terrorgruppen. Dass sein Anliegen nicht nur auf das Christentum beschränkt ist, wird klar, da der Papst auch aufruft “respektvoll gegenüber dem Islam” zu sein

Für viele galten diese gemeinsamen Momente mit dem orthodoxen Kirchenoberhaupt als ein “wunderbarer Moment des interreligiösen Dialogs” und wurde als “freundliche Atmosphäre” gefeiert, während viele es auch als historischen Meilenstein ansahen, dass während dieses Türkei-Aufenthalts ein Treffen und Austausch mit dem muslimischen, türkischen Staatsoberhaupt Erdogan stattfand.

Das vielleicht größte Problem des Papst in dieser Hinsicht ist genauer genommen nicht nur die gegensätzliche Meinung von Vertretern der anderen Glaubensrichtungen, sondern Hindernisse aus den eigenen Reihen.

Die römisch-katholische Kirche hat sich zweifelsfrei in den letzten Jahrzehnten in vielen Bereichen modernisiert, gilt jedoch nach wie vor bei vielen Fragen als konservativ im Vergleich zur protestantischen Kirche zum Beispiel. Diese Hardliner sind auch der tatsächliche Grund, weshalb die Vereinigung der christlichen Glaubensrichtungen so schwer, bis hin unmöglich erscheint. Die Kirche ist schon seit Langem kein in sich geschlossenes Ökosystem, sondern muss sich im internationalen politischen Umfeld behaupten. Macht und Politik spielen wie bei jeder anderen Form der Gesellschaft und Organisation stets eine wichtige Rolle.

Ob Papst Franziskus sein Ziel während seiner Amtszeit tatsächlich umsetzen kann, bleibt abzuwarten. Sicherlich wird er auch weiterhin versuchen die entsprechenden Akzente zu setzen und zumindest eine freundliche und brüderliche Atmosphäre mit anderen christlichen Glaubensrichtungen schaffen, die in der heutigen kirchlichen Welt einen wichtigen Wendepunkt darstellen könnte und als eine Konstante in einer unruhigen, internationalen politischen Welt gelten könnte.

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Die Rolle der religiösen Gemeinschaften in der Stadt

Gerade in dem Zeitalter des stetigen Wandels als Begleiter ist die Rolle der religiösen Gemeinschaften in den Augenschein zu nehmen. Die Städte sind immer größeren Strukturveränderungen unterlegen, und mit den boomenden und stetig wachsenden Großstädten sind auch die Religionen betroffen. Die Menschen konsumieren immer mehr, die Produkte werden durch die Globalisierung und den Wandel der Absatzmärkte auf preiswerte Erzeugnisse immer billiger. Darüber hinaus sind die Menschen von immer größeren To-do Listen geplagt, um in der Achterbahn der Karriereleiter zu bestehen. Viele sind von dem rasanten Alltag häufig auch unterbewusst in Unruhe versetzt, die Landbevölkerung dürfte davon ein bisschen weniger betroffen sein. Dazu kommt die stetige Erreichbarkeit durch die starke Technologisierung mit Smartphone und Hightech. Über WhatsApp und weiteren Möglichkeiten der Aufmerksamkeitslenkung und die stetige Versorgung von Schreckensnachrichten über die Medien werden die Menschen in das Schnelle Leben der heutigen Zeit gedrängt.

Gerade in der modernen Zeit ist die Ruhe und Besonnenheit für die Menschen immer wichtiger geworden, um Burnout und sonstige Gesellschaftskrankheiten zu umgehen. Den Menschen mangelt es häufig an Kraft, den Alltag und die Überforderung zu bestehen. Unsere Leben werden immer komplizierter, und das bringt immer mehr Verantwortung und Organisation mit sich. Viele sind erschöpft, die Zahl der Depressionen nimmt immens zu. Vor allem habe immer mehr Menschen mit sozialer Isolation trotz der vielen Menschen um einen herum zu kämpfen. Dies wird auch als die Anonymität der Großstadt bezeichnet.

Aus den Anforderungen der modernen Welt steigt die Bedeutung der religiösen Gemeinschaften enorm an. Sie bieten einen Anhaltspunkt und ein Gemeinschaftsgefühl, was für das Leben eines Menschen unerlässlich ist. Der Mensch benötigt für sein Wohlbefinden ein gewisses Maß an Eingebundenheit und Gemeinschaft. Dies kann durch religiöse Gemeinschaften besonders gestärkt werden. Abgesehen von dem Glauben an sich, der einem schon hilft, schwere Zeiten zu durchleben, so ist der gemeinsame Austausch mit anderen sehr wichtig. Durch die Hochhaltung innerer Werte und Überzeugungen, die einem die Kirche lehrt, haben die Gemeinschaften der Religion besondere Merkmale, und so entsteht ein einzigartiger Charakter. Die Gemeinschaften sind geprägt von Nächstenliebe, Zusammengehörigkeit und Hilfsbereitschaft. Als christliche Werte vereinen Sie die Menschen und bieten einen Anker. Man kann aus ihnen Kraft schöpfen, und aber auch viel weitergeben. Die religiösen Gemeinschaften nehmen jeden auf und bieten viel Hilfe für bedürftige Menschen. Gerade dieser Aspekt zeichnet die religiöse Gemeinschaft gegenüber anderen Verbunden aus. Niemand wird ausgeschlossen, es wird ein besonderes Zusammenhaltsgefühl erzeugt.

Das hat zur Folge, dass die Bedeutung dieser Gemeinschaften steigt. Die Zugehörigkeit zu religiösen Gemeinschaften ist ein sehr eleganter Weg, um nicht nur die menschlichen Bedürfnisse nach Liebe und Zugehörigkeit zu erfüllen, sondern auch, um seinen Glauben an Gott und das integrative Leben mit der Religion zu stärken. Umgibt man sich mit Menschen, die genauso denken wie man selbst, so stärkt dies die eigenen Vorstellungen und Überzeugungen. Daher ist es essentiell, sich mit anderen auszutauschen und zu umgeben.

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